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Wechseljahre + Hormone

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. Es ist deshalb verständlich, wenn Sie sich Gedanken darüber machen, falls Sie gefährdet sind und welche Maßnahmen Sie ergreifen können, um Ihr persönliches Risiko zu senken.

In den letzten Jahren wurden in der Öffentlichkeit Nachrichten zum Thema Brustkrebs verbreitet, die bei Ihnen möglicherweise Fragen aufgeworfen haben. Leider führen unsachgemäße Darstellungen und Diskussionen immer wieder zu Verunsicherung und Bedenken gegenüber der Anwendung von Sexualhormonen. Zögern Sie bitte nicht und stellen Sie mir Ihre Fragen! Angst ist meist kein guter Ratgeber. Die informierte Frau kann dagegen viel tun, um ihr Risiko zu mindern und im Falle einer Erkrankung diese zu besiegen.

Welche Bedeutung haben Erbanlagen?

Wenn die Mutter oder gar mehrere Verwandte ersten Grades an Brustkrebs erkrankt sind / waren, so ist eine erhöhte Gefährdung gegeben. Deshalb müssen Sie jedoch nicht das gleiche Schicksal erleiden! Wichtig ist in diesem Fall eine besonders sorgfältige Betreuung durch Ihre Frauenarztpraxis. Wir haben heute moderne Möglichkeiten, die Erkrankung viel früher zu erkennen und dann mit Methoden erfolgreich zu bekämpfen, die früher weitgehend unbekannt waren. Früherkennungsuntersuchungen, wenn sie regelmäßig durchgeführt werden, bieten jeder Frau die Chance, Krebs – wenn er denn auftritt – im Frühstadium zu heilen.

Welche Lebensumstände beeinflussen das Brustkrebsrisiko?

Man hat festgestellt, dass verschiedene Lebensumstände bei Erkrankten häufiger auftreten, so zum Beispiel eine frühe erste Regelblutung, keine Geburten oder eine späte Geburt des ersten Kindes, eine späte letzte Regelblutung. Diese Ereignisse, die zum Teil anlagebedingt sind, sollten niemanden beunruhigen, höchstens ermutigen, die in Ihrer Frauenarztpraxis angebotene Vorsorge, Beratung und Behandlung regelmäßig zu nutzen.
Näheres s. Tabelle 1 !

Erhöht eine Hormonbehandlung (HRT) das Brustkrebsrisiko?

Sexualhormone lösen  keinen Krebs aus, sie können aber das Wachstum bereits vorhandener, noch nicht erkannter Tumoren begünstigen.
Die Zunahme des Brustkrebsrisikos unter der Hormoneinnahme entspricht der Risikoerhöhung bei einer frühen Menarche (=1. Periodenblutung im Leben als Mädchen), einer späten ersten Geburt, bei Kinderlosigkeit sowie anderen Einflüssen des täglichen Lebens wie z.B. mäßigem/regelmäßigem Alkoholkonsum. Das erhöhte Risiko normalisiert sich nach Absetzen der Hormone. Nahezu alle Untersuchungen zur Tumorbiologie zeigen, dass die unter der Hormontherapie zusätzlich gefundenen Mammakarzinome meist eine günstigere Prognose haben.

Welchen Einfluss haben Estrogene auf eine bestehende Brustkrebserkrankung?

Estrogene können nur das Wachstum derjenigen Tumore begünstigen, die auch hormonempfindlich sind. Diese Tumore sind jedoch deutlich weniger gefährlich, da sie sich seltener in andere Körperregionen ausbreiten. Außerdem kann der Tumor durch das beschleunigte Wachstum früher erkannt und entfernt werden, also bevor er sich im Körper ausgebreitet hat. Die Heilungsaussichten von Tumoren, die unter einer Estrogentherapie entstehen, sind daher deutlich besser. Da sich hormonbehandelte Frauen regelmäßig frauenärztlich untersuchen lassen, werden diese Tumore üblicherweise auch früher erkannt, so dass meist eine Tumorentfernung unter Erhalt der Brust möglich ist.

Risikofaktor

Relatives Risiko

Zunahme an
Brustkrebs

Geschlecht: männlich: weiblich

1 : 100  [4]

 

Alter: 25 Jahre: 45 Jahre

1 : 20   [3]

 

Körpergewicht: Normalgewicht: Übergewicht

1 : 2,5   [5]

+ 150%

Alter d. letzten Periode: 42 J. : 52 J.

1 : 2,0   [6]

+ 100%

Menarchealter: 14 J. : 11 J.

1 : 1,3   [6]

+ 30%

Zahl der Geburten:
mehrere Geb.: keine Geb.

1 . 1,3   [7,8]

+ 30%

Alter bei erster Geburt:
20 Jahre: 35 Jahre

1 : 1,4   [7,8]

+ 40%

Gesamtdauer des Stillens:
5 Jahre: nie

1 : 1,2   [9]

+ 20%

Orale Kontrazeptiva:
nie: Einnahme

1 : 1,1 [10,11]

+ 10%

Hormoneinnahme:
nie: 5 oder mehr Jahre

1 : 1,3 [1,12]

+ 30%

Alkoholkonsum:
nein: > 20 g täglich

1 : 1,3 [13]

+ 30%

Serum-Fette: normal: erhöht

1 : 1,6 [14]

+ 60%

Körperliche Belastung:
aktiv: inaktiv

1 : 1,2 [15]

+ 20%

Schichtarbeit >30 Jahre: nie Schichtarbeit

1 : 1,36 [63]

+ 36%


Tab.1. Risikofaktoren für die Entwicklung von Brustkrebs
(Tab aus: 31. Arbeitstreffen des "Zürcher Gesprächskreises"
2007-Empfehlungen zur Substitution mit Estrogenen und Gestagenen im
Klimakterium und in der Postmenopause) Stand der Information: 2/2007

Welchen Nutzen hat die Anwendung von Hormonen? (HRT)

Eine über mehrere Jahre konsequent durchgeführte Hormontherapie mit Beginn im Anschluss an die Wechseljahre schützt nachweislich vor Knochenschwund und bewahrt so vor schweren Knochenbrüchen im höheren Lebensalter, die sonst häufig eine Pflegebedürftigkeit zur Folge haben. Darüber hinaus ist diese früh begonnene Therapie ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Lebensqualität, da durch Hormonmangel bedingte Beschwerden wie zum Beispiel Hitzewallungen, Schlafstörungen, Hautalterung und Haarausfall, Leistungsabfall, erheblich verbessert werden. Der Beginn einer HRT in der perimenopausalen Phase (= in den Jahren um die letzte Regelblutung) verringert das Risiko für Alzheimer-Krankheit. Auch zur Vorbeugung von Dickdarmkrebserkrankungen, kann die Hormontherapie vermutlich einen wichtigen Beitrag leisten. Aber jedes dieser Symptome darf heute nicht als alleiniger Grund für den Beginn einer Hormontherapie gelten. Eine Hormontherapie sollte nur bei entsprechender Indikation verordnet werden, wobei die Behandlung des Beschwerdekomplexes mit Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, Schlafstörungen,  im Vordergrund steht.

Die Hormonbehandlung hat zahlreiche weitere günstige Auswirkungen, bedeutet jedoch bei gefährdeten Frauen auch ein - allerdings sehr geringes - zusätzliches Risiko für Thrombosen und Embolien, Schlaganfälle und Brustkrebs: bei einer 50jährigen Frau steigt das absolute Risiko um 1-2 Fälle pro 1000Frauen im Jahr an; möglicherweise ist diese Zunahme bei Gabe als Pflaster/Gel durch die Haut geringer.

Deshalb ist bei langfristiger Anwendung die individuelle Notwendigkeit der Therapie regelmäßig zu überprüfen.

Auch nach Krebserkrankungen kann individuell eine Hormontherapie möglich sein.

Was kann man tun bei Wechseljahresbeschwerden?


Naturheilkundliche Therapie wie:

Herkömmliche Hormonersatztherapie (HRT)

Ihre Frauenärztin