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Patienten-Info für werdende Mütter / Eltern

Zytomegalie-Virus-Infektion während der Schwangerschaft

Das Zytomegalie-Virus (CMV) gehört zu der Gruppe der Herpes-Viren. Die Übertragung der Zytomegalie-Viren findet von Mensch zu Mensch durch Schmier- oder Tröpfcheninfektion (d.h. durch direkten (längeren) Kontakt mit virushaltigen Körpersekreten wie Urin, Speichel, Tränen, Blut, Scheidensekreten oder Sperma) statt.
Bei Erstinfektion kommt es zu einer nur geringen Virusvermehrung in den befallenen Körperzellen.  3 - 4 Wochen später treten dann lang anhaltendes Fieber, Lymphknotenschwellungen und Leberfunktionsstörungen auf. In den meisten Fällen verläuft die Infektion jedoch ohne – oder mit nur leichten Krankheitszeichen. Deshalb bleibt die Infektion meist unerkannt.
Das Virus bleibt dann in bestimmten Körperzellen, z. B. Lymphozyten, so lebenslang im Körper der infizierten Personen. Dies ist normalerweise ohne Probleme für die Gesundheit; jedoch kann es bei einer Patientin mit Abwehrschwäche zu eine „Wiederaufflackern“ der Infektion kommen.

Die CMV Infektion in der Schwangerschaft

In der Bundesrepublik sind bei etwa 50% der jungen Frauen Antikörper gegen CMV nachweisbar; diese Frauen hatten in der Vergangenheit schon mal eine primäre Zytomegalie-Infektion.
Bei mehr als 10% dieser latent infizierten Schwangeren mit einer Reaktivierung zu rechnen; diese Reaktivierungen verursachen jedoch im Allgemein keine Schäden bei Mutter oder Kind.
Kommt es im Laufe der Schwangerschaft zu einer CMV-Erstinfektion und damit zu einer mütterlichen Virämie(= Auftreten und Vermehrung der Erreger im Blut), kann die Virus-Übertragung während der gesamten Schwangerschaft stattfinden (bei 30-40%der erkrankten Mütter ist das Baby mit betroffen); je früher die Übertragung stattfindet, desto häufiger und schwerer verläuft die Zytomegalie beim Kind. Das Zytomegalie-Virus befällt den gesamten Körper des Feten. Am häufigsten ist das Gehirn betroffen.
Da die Cytomegalieinfektion für Mutter und Kind auch ohne Symptome verlaufen kann, wird sie oft nicht erkannt. Treten erst später beim Kind Symptome auf, denkt niemand an einen Zusammenhang mit einer Infektion vor oder während der Schwangerschaft.

Als kongenitale Zytomegalie bezeichnet man eine Zytomegalie-Virus-Infektion beim Kind, die während der Schwangerschaft  erfolgt ist. Die kongenitale Zytomegalie findet sich bei etwa 0,2-1% der Neugeborenen. Damit ist das Zytomegalie Virus der häufigste Erreger kongenitaler Infektionen mit kindlicher Erkrankung  bei Geburt und Spätschäden: Hydrozephalus („Wasserkopf“); Retinochorioiditis, intrazerebrale Verkalkungen mit postenzephalitischen Schäden (Veränderungen der Augen und des  Gehirns mit z.B. geistigen und körperlichen Entwicklungsverzögerungen).

Die Schädigung ist bedingt durch Entzündungsreaktionen der betroffenen Organgewebe – nicht durch Missbildung von Organanlagen.
Bis zu 15% der infizierten Neugeborenen (Deutschland ca.
500 betroffene Kinder jährlich)  zeigen diese typischen Symptome, die Übrigen sind bei der Geburt unauffällig.

Welche Untersuchungsmöglichkeiten bestehen in der Schwangerschaft?

Durch eine Blutuntersuchung ist es möglich festzustellen, ob eine Person bereits in der Vergangenheit eine CMV Primärinfektion hatte.
Derzeit ist diese Blutuntersuchung keine allgemeine Vorsorgeleistung der gesetzlichen Krankenkassen. Sie haben jedoch die Möglichkeit, eine entsprechende Blutuntersuchung auf eigene Kosten durchführen zu lassen (Kosten: z.Zt ca. 50€ als Einzeluntersuchung. Kombi-Unters. mit Toxoplasmose: ca. insgesamt 65€. Rechnungsstellung erfolgt durch Labor).

Welche Verhaltensmaßnahmen sind wichtig?

Da in der Schwangerschaft keine Antibiotika-Therapie bei Erkrankung möglich ist, können Sie sich nur durch hygienische Maßnahmen und Vermeidung von Kontakt mit Erkrankten schützen.
Waren bisher in Ihrem Blut keine CMV-spezifischen Antikörper nachweisbar, sollten Sie – insbesondere in der ersten Schwangerschafshälfte – bei Auftreten von grippalen Symptomen unbedingt eine erneute Untersuchung auf CMV-Antikörper durchführen lassen. Bei Verdacht auf eine primäre Zytomegalie-Infektion in der Frühschwangerschaft sollten dann spezielle Ultraschalluntersuchungen durchgeführt werden.
Sofern ein auffälliger Ultraschallbefund beim Feten erhoben wird, kann eine weiterführende Abklärung durch eine vorgeburtliche Untersuchung mit dem Nachweis von Zytomegalie-Viren im Fruchtwasser oder  von Zytomegalie-Virus-spezifischen IgM-Antikörpern im fetalen Nabelvenenblut in der 22.-24. Schwangerschaftswoche erfolgen (im Praenatal-Diagnostik-Zentrum).

Haben Sie noch Fragen? Dann sprechen Sie uns bitte an!

Infos im Internet:
http://www.icon-cmv.de/de/Eltern/InfektionbeiSchwangeren/page.html

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