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Patienten-Info für werdende Mütter / Eltern

Toxoplasmose-Infektion während der Schwangerschaft

Die Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die durch den Erreger „Toxoplasma gondii“ von der Mutter auf das ungeborene Kind übertragen werden kann. Eine Infektion erfolgt hauptsächlich durch Katzenkontakt (Katzenkot) oder durch den Genuss von rohem Fleisch (Mett oder Tartar, Schinken, Salami) oder nicht durchgebratenem Fleisch sowie ungewaschenem Obst, Gemüse und Salat.
In Deutschland haben ca. 45-50% der Frauen im gebärfähigen Alter diese Erkrankung unbemerkt durchgemacht und sind daher geschützt. Bei einer Erstinfektion in der Schwangerschaft können schwere Missbildungen mit Gehirnschäden und Erblindung beim Ungeborenen entstehen.

Warum sind Toxoplasmen für das ungeborene Kind gefährlich?

In der Frühschwangerschaft ist durch die Erkrankung der Mutter mit erhöhtem Fehlgeburtsrisiko zu rechnen. Bei
Infektion nach der 16. SSW und später (bes. 24.-30SSW) befallen die Toxoplasmen vorwiegend das kindliche Gehirn und die Netzhaut der Augen. Es entstehen keine Mißbildungen- sondern die möglichen Folgen entstehen durch Entzündungsreaktionen bei der Organausreifung: dies können sein: Verkalkungen im Gehirn mit  geistiger Entwicklungsstörung; Vernarbungen an der Netzhaut im Auge;  neurologische Spätschäden, die sich erst im späteren Kindesalter bemerkbar machen.

Aufgrund dessen hat sich das Robert-Koch-Institut in Berlin für ein generelles Screening während der Schwangerschaft ausgesprochen, welches aber leider bislang nicht in die Richtlinien der kassenärztlichen Mutterschaftsvorsorge aufgenommen wurde.


Kann ich eine Toxoplasmoseinfektion bekommen?  

Ist mein Kind gefährdet?

Nach einer durchgemachten Toxoplasmose-Infektion besteht ein bleibender Schutz.  Für das Ungeborene kann daher nur eine Erstinfektion der Mutter gefährlich werden. Da die Erkrankung uncharakteristisch verläuft, kann jedoch nur durch eine Blutuntersuchung festgestellt werden, ob eine Person früher bereits eine Infektion hatte und dadurch schützende Antikörper gebildet hat.

Derzeit ist die Untersuchung auf eine Toxoplasmose  jedoch keine  Vorsorgeleistung der gesetzlichen Krankenkassen. Jede Schwangere hat  durch uns die Möglichkeit, eine entsprechende Blutuntersuchung auf eigene Kosten durchführen zu lassen.

Was kann durch die Blutuntersuchung festgestellt werden?

Wir lassen Ihr Blut auf sog. Toxoplasma-spezifische Antikörper untersuchen.
Wenn durch die Blutuntersuchung eine akute Toxoplasmose festgestellt wurde, kann die Infektion durch eine spezielle Antibiotikatherapie behandelt werden. Die Kosten für diese spezielle Therapie, wie auch für die dann noch erforderlichen Labor-Kontrollen werden nun selbstverständlich von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Wie viel kostet die Blutuntersuchung auf Toxoplasmose-Antikörper?

Für Untersuchungen, die eine Patientin auf eigenen Kosten  wünscht, ist die Ärztin an die Gebührenordnung für Ärzte – kurz GOÄ genannt – gebunden. Die aktuellen Kosten liegen z.Zt. ca. bei 50€ pro Blutuntersuchung (Rechnungsstellung durch Labor). Sollten weitere Untersuchungen bei Krankheitsverdacht erforderlich sein, so werden diese von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Es wird von den Fachgesellschaften  dringend empfohlen, im Verlauf der Schwangerschaft alle 12 Wochen die Antikörperspiegel zu kontrollieren.

Wie kann ich mich vor Toxoplasmose schützen?

Solange Sie nicht wissen, ob schützende Antikörper in Ihrem Blut vorhanden sind, sollten Sie folgende Vorsichtsmaßnahmen beachten:

Bei weiteren Fragen sprechen Sie uns bitte an!
  
Ihr  Praxisteam