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Patienten-Info für werdende Mütter / Eltern

Reisen und Impfen in der Schwangerschaft

Liebe Patientin, liebe werdende Eltern!

Mit diesem Merkblatt gebe ich Ihnen erste, allgemeine Informationen zum Thema „Reisen in der Schwangerschaft“.

Da jede Schwangerschaft ein klein wenig anders verläuft und uns der Schutz Ihres Ungeborenen am Herzen liegt, bitte ich Sie, mit mir über die geplante Reise zu sprechen. Das gilt besonders für Fernreisen, für die ein guter Impfschutz notwendig ist! Wir können im gemeinsamen Gespräch klären, was für Sie und Ihr Baby das Beste ist!

Ganz allgemein gesprochen ...

Wenn es Ihnen und Ihrem Baby gut geht und keine besonderen Hinderungsgründe vorliegen, ist eine Schwangerschaft an sich kein Grund, auf Reisen zu verzichten. Auch Fernreisen sind möglich! Allerdings dürfen Frauen nach der 36. Schwangerschaftswoche und bis sieben Tage nach der Entbindung nicht fliegen!

Die günstigste Zeit aus medizinischer Sicht ist das zweite Drittel der Schwangerschaft. In dieser Zeit ist die Gefahr einer Fehl- oder Frühgeburt am geringsten.

Große Strecken bewältigen Sie am bequemsten mit dem Flugzeug oder - falls möglich - mit der Bahn.

Wenn Sie für Ihre Reise das Auto wählen, sollten Sie jetzt besonders auf Erholungspausen achten. Gönnen Sie sich nach zwei Stunden Fahrtzeit eine Rast, bewegen Sie sich an der frischen Luft, essen Sie eine Kleinigkeit ...

Wohin Sie besser nicht fliegen!

Vorsicht bei Reisen in Malariagebiete, insbesondere in solche mit hohem Infektionsrisiko und / oder Verbreitung von medikamentenresistenter Malaria tropica!  Malaria ist für Sie als werdende Mutter und für Ihr ungeborenes Kind besonders gefährlich!

Um Ihr ungeborenes Kind zu schützen sollten nur dringend notwendige Impfungen unter strenger Risikoabwägung während der Schwangerschaft durchgeführt werden. Dabei sollten Impfungen im 1. Schwangerschaftsdrittel möglichst vermieden werden. Dies gilt vor allem für Lebendimpfstoffe.

Während der Schwangerschaft ist in insbesondere ein Schutz gegen Röteln, Windpocken wichtig und ein Schutz gegen Influenza (echte Grippe-Erkrankung) wünschenswert.
Da es sich bei der Röteln- und Windpockenimpfung um Lebendimpfstoffe handelt, ist die Impfung 3 Monate vor und während der Schwangerschaft streng untersagt. Hier sollten Sie – falls Sie nicht geschützt sind – den Kontakt mit Erkrankten unbedingt meiden, da die Erkrankung der Mutter das ungeborene Kind schwer schädigen kann!

Weitere Lebendimpfstoffe sind die Imp­ungen gegen Masern und  Mumps!

Impfungen mit Nicht-Lebend-Impfstoffen z.B. gegen Hepatitis sind während der Schwangerschaft möglich und gelten als unbedenklich. Hier sollte aber durch den Arzt eine strenge Risiko-Nutzen Abwägung erfolgen, z. B. wenn eine Reise in ein Land mit Hepatitis A Risiko ansteht.

Schutzimpfungen vor einer Schwangerschaft bieten Ihnen und Ihrem ungeborenen Kind den besten Schutz!
Sprechen Sie meine Mitarbeiterinnen oder mich auf Ihren Impfschutz an! Besonders, wenn Sie eine Schwangerschaft planen, ist ein guter Rund-um-Schutz für Ihre Gesundheit und die Gesundheit Ihres Kindes wichtig!
Die Immunität gegen Keuchhusten, Windpocken, Röteln, Ringelröteln, Tetanus/Diphtherie und Kinderlähmung sollte aufgefrischt /vorhanden sein.
Wir überprüfen gerne Ihren Impfpass und sorgen – wenn Sie es wünschen – durch unser Recall-System dafür, dass Sie und die Menschen in Ihrer Umgebung auch in Zukunft vor den Folgen schwerer Infektionskrankheiten geschützt bleiben!

Ihr Praxisteam Dr. Busse