






Patienten-Info für werdende Mütter / Eltern
Ernährung in der Schwangerschaft
Liebe Patientin, liebe werdende Eltern!
Die Ernährung in der Schwangerschaft soll
Die Empfehlung, eine Schwangere solle für „zwei essen", ist überholt. Der Kalorienbedarf einer Normalgewichtigen ist in der Schwangerschaft nicht wesentlich erhöht.
Erst ab der 2. Schwangerschaftshälfte werden etwa 300 kcal täglich mehr verbraucht (dies ist umgerechnet nicht mehr als ein belegtes Brot am Tag).
Sowohl eine Überernährung als auch eine Unterernährung sind mit potenziellen negativen Auswirkungen auf das Kind vor der Geburt als auch für sein späteres Leben verbunden („fetale Programmierung“).
Für die Ernährung günstig sind:
versuchen Sie zu meiden:
Bitte möglichst einschränken:
Von einigen Lebensmitteln kann eine Infektionsgefahr (z.B. Toxoplasmose!) ausgehen. Waschen Sie daher bitte rohes Obst und Gemüse gründlich. In Rohmilchkäse, besonders auch in Käsesorten mit Rotschimmel, können unerwünschte Keime (Listerien, Toxoplasmen) enthalten sein. Bitte verzichten Sie!
Bei Mikronährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen ist der Bedarf spätestens im letzten Schwangerschaftsdrittel erhöht. Eine gute Versorgung mit Nährstoffen ist über die gesamte Schwangerschaft notwendig. Besonders wichtig neben der Folsäure sind Eisen, Zink, B-Vitamine und Magnesium.
Ein Mangel am Mikronährstoff Folsäure offenbart sich bei jedem Menschen in den Zellsystemen mit hoher Teilungsrate: bei der Blutbildung, in der Darmschleimhaut und im Urogenitaltrakt. Und natürlich in der Schwangerschaft, einer Zeit permanenter Zellteilung.
Folsäure ist ein „grünes Vitamin“. Es befindet sich in vielen pflanzlichen Lebensmitteln. In grünem Gemüse wie Spinat, Kohlarten und Gurken. Auch Tomaten enthalten nennenswerte Mengen, ebenso einige Früchte (Weintrauben, Orangen), Getreide (Weizenkeime, Vollkornbackwaren), Hülsenfrüchte (Sojabohnen) und Kartoffeln.
Unter den tierischen Lebensmitteln sind Eier, Fleisch, Milch und einige Milchprodukte gute Quellen. Obwohl diese gängige Nahrungsmittel sind, ist der Bedarf an Folsäure damit schwer zu decken. Mangel an Folsäure in der Schwangerschaft kann führen zu: Fehlentwicklungen im Zentralen Nervensystem: Z.B.: Spina bifida (offener Rücken, Spaltwirbel etc.)
Als Eiweiß-Lieferanten gut geeignet sind Milch und Milchprodukte, die gleichzeitig auch eine ausreichende Calciumversorgung gewährleisten. Wenn Sie zu Allergien neigen, sollten Sie bei Milchprodukten allerdings Vorsicht walten lassen. Am Besten verträglich sind gesäuerte Milchprodukte (Joghurt, Kefir etc) und Schnitt- oder Hartkäse (z. B. Emmentaler), die auch den höchsten Calciumgehalt haben.
Besonders gut verwertbares und wertvolles Pflanzeneiweiß enthalten Vollkornmahlzeiten aus gekochtem Weizen, Dinkel, Hafer, Hirse. Das im Fleisch enthaltene Eiweiß ist zwar hochwertig, enthält aber relativ viel Fett. Fleisch ist in Maßen wichtig, weil es Eisen und Zink in gut verwertbarer Form enthält.
Bitte gehen Sie sparsam mit Fett um. Es enthält aber wichtige „Bausteine“ für Nerven- und Zellwandaufbau, es sollten vor allem mehrfach ungesättigte Fettsäuren: „DHA“ und „LC-PUFA“) und fettlösliche Vitamine in Ihrer Nahrung enthalten sein. Gesund sind kaltgepreßte Öle wie Lein-, Walnuss-, Weizenkeim- oder Sonnenblumenöl.
Haupt-Energielieferant sollten in der Schwangerschaft komplexe Kohlenhydrate sein, die langsam aufgenommen und verwertet werden: Vollkornprodukte, Obst, Gemüse und Kartoffeln sind gut geeignete Lebensmittel.
Um einem Eisenmangel vorzubeugen, sind VolIgetreideprodukte, Fleisch, und Gemüse geeignet. Das Eisen wird besser ausgenutzt, wenn Sie gleichzeitig Vitamin C (in Obst und Gemüse) aufnehmen
"Eisenräuber-" sind
Jod ist in Meeresfischen reichlich enthalten. In unseren Breiten reicht aber die Jodversorgung aus der Nahrung nicht aus. Deshalb sollte von Beginn der Schwangerschaft mit (150-200 Mikrogramm/Tag) unterstützt werden. Folsäure benötigen Sie schon vor der Empfängnis und zu Beginn der Schwangerschaft vermehrt: 1 Tabl. = O,4mg tägl. sind notwendig. Den Vitaminbedarf decken Sie mit einer abwechslungsreichen Nahrung.
Essen ist mehr als Nahrungsaufnahme nach Schema. Auch Freude gehört dazu. Vorlieben oder Aversionen, die viele Schwange auf bestimmte Nahrungsmittel haben, sind oft physiologisch begründet und dürfen – mit Maß – ausgelebt werden. Aber „Genussgifte“ und Alkohol sollten natürlich gemieden werden. An der kleinen Tasse Kaffee zum Frühstück scheiden sich die Geister. Gut, dass Schwangere meist intuitiv richtig handeln.